„Feurio!“ spielt auf das Phänomen der Bücherverbrennung an. Nirgends zeigt sich die Macht des Gedruckten so deutlich, als wenn eine Gesellschaft das selbstständige Denken so sehr fürchtet, dass sie die Bücher verbrennt, die es auslösen. Wie im totalitären Staat in Ray Bradburys Roman „Fahrenheit 451“, der mich zu meiner Arbeit inspirierte.

Darin versteckt der Hauptprotagonist, der Feuerwehrmann Montag, Bücher bei sich zuhause und schließt sich letztendlich den Dissidenten an, die auf der Flucht vor dem Regime sind. Diese bewahren den Inhalt von Büchern durch Auswendiglernen.

Integriert in die Skulptur ist ein Bücherfach, so dass sie als öffentlicher Bücherschrank zum Tausch und zur Mitnahme von Büchern dient. Die Auswahl der Titel wurde von mir und von den ehrenamtlichen MitarbeiterInnen des Museums festgelegt. 

Für mich steht das Darmstädter Druckmuseum für das Lesen an sich und zugleich für das Medium Papier. Das Digitalisieren von Büchern hat zweifellos Vorteile, aber was ist, wenn man nicht zum Umkopieren kommt, bevor die Speichermedien zerfallen oder uns eines Tages der Strom ausgeht? Und als Amazon im Jahr 2009 E-Books ohne Wissen ihrer Besitzer von Endgeräten löschte, wies man damit nicht den technischen Weg für eine moderne Form der Bücherverbrennung?


Ausstellung | Exhibition: 
Klangkunst trifft Industriekultur - Kulturfonds RheinMain, Hessisches Landesmuseum Darmstadt, Abteilung Schriftguss, Satz und Druckverfahren, 2014 - 2015



© Denise Ritter