Porte d'Ellergronn

Die ehemalige Eisenerzmine Cockerill/Katzenberg stellt ein Fragment der Stahlindustrie dar, die lange Zeit prägend und charakteristisch für die Region im Süden Luxemburgs war und für den Wohlstand des ganzen Landes gesorgt hat. 

Das ehemalige Minengelände ist eine Örtlichkeit mit einer faszinierenden Atmosphäre von Verlassenheit und Abwesenheit. Durch einen vergitterten Eingang sieht man in einen Schacht mit einer Treppe an der Seite, die schräg unter die Erdoberfläche führt und im Dunkel verschwindet.

Dieser Eingang erinnert an einen U-Bahn Eingang. Ich stelle mir vor, unter Erde gebe es einen U-Bahnhof und ein weit verzweigtes Liniennetz: eine geheimnisvolle, unterirdische Landschaft, die ebenso unreal, unerreichbar und unzugänglich ist wie die Erzminen der Vergangenheit. 

Über gestaffelte Lautsprecher-Systeme, verborgen installiert im Minenschacht in ca. 50 m Tiefe, hört man alle 4 bis 8 Minuten einen Zug ankommen. Für kurze Intervalle öffnet sich die Klangwelt eines U-Bahnhofes, der Zug fährt wieder ab und verschwindet grollend und vibrierend in der unterirdischen Ferne. 
Steht man vor dem Eingang des Minenschachtes, spürt man deutlich den eisigen Luftzug, mit dem die Geräusche aus der Tiefe emporgetragen werden.


Ausstellung | Exhibition: Sentiers Rouges, Esch-sur-Alzette, Luxembourg, 2008


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