Im Altertum bezeichnete man das Himmelsgewölbe als Sphäre (griech. sphaira - die Hülle, die Kugel). Die geozentrische Vorstellung erklärte den Kosmos mit konzentrischen, durchsichtigen Kugelschalen, die sich in unterschiedlichen Abständen und Geschwindigkeiten um die Erde drehen und an die die Sterne fest angeheftet sind.
Unter den römischen Kaisern entwickelte sich die Assoziation von Sphäre und Herrscherportrait zu einem zwingend notwendigen Motiv, das verwenden musste, wer Macht erringen oder verkünden wollte.
Heute ist der Weltraum selbst ein Spielfeld für Machtansprüche. 
„Sphaira 01“ reflektiert in der Kombination von Plastik und fragmentierter Tonspur eines Funkkontaktes zwischen Erde und der Internationalen Raumstation ISS die unveränderten Sehnsüchte und Vorstellungen von Macht, die sich nun auch auf die Eroberung und Erforschung des Weltalls ausdehnen.


Ausstellung | Exhibition: Sound Art, Praetorium Köln, 2010




© Denise Ritter