Denise Ritter realisiert an der Außenmauer des Hauses Kemnade eine neue Klangarbeit, die sich auf die Geologie des Ortes wie auch auf das Baumaterial bezieht, auf den Ruhrsandstein. Dieses Material prägt gerade im Ruhrtal zahlreiche historische Gebäude. Bis heute wird der Sandstein u.a. in einem Steinbruch in Herdecke gewonnen. 

Hier hat Denise Ritter Geräuschaufnahmen gemacht, welche das Ausgangsmaterial der elektroakustischen Komposition bilden.
Die Klanginstallation ist mit versteckten Klangquellen unmittellbar an der der Ostseite des Herrenhauses platziert. Mit der kompositorischen Referenz auf den Steinbruch wird das charakteristische Baumaterial wieder mit seinem Ursprungsort verbunden. Lassen sich die Vorgänge im Steinbruch als Prozess der Dekonstruktion begreifen, als ein buchstäbliches Auflösen bestehender Zusammenhänge, so kann dies nicht zuletzt als Metapher gelesen werden für die Funktions- und Bedeutungsverschiebungen, welche das historische Gebäude durch die Dekonstruktion seiner ursprünglichen, geschichtlich verankerten Nutzungsform erfahren hat.
(Text: Reinhard Buskies)


Ausstellung | Exhibition: 
Kemnade klingt!, Haus Kemnade, Hattingen, Kunstverein Bochum, 2015 

© Denise Ritter